Wenn im Alter jemand zum Reden fehlt
Wenn im Alter jemand zum Reden fehlt
Die Einkäufe sind erledigt, die Wohnung ist aufgeräumt. Doch bis zum Abend spricht niemand mehr miteinander. Manchmal fehlt im Alltag weniger praktische Hilfe als ein Mensch, der zuhört und Interesse zeigt.
Alleinsein und Einsamkeit unterscheiden
Manche Menschen genießen Zeit für sich. Andere fühlen sich trotz Besuchen einsam. Entscheidend ist, ob die Beziehungen zu den eigenen Wünschen passen. Fragen Sie deshalb nicht nur, wie oft jemand Besuch bekommt, sondern auch, wie es ihm damit geht.
Nachfragen ohne zu bewerten
„Du bist doch gar nicht allein“ kann ein Gespräch ungewollt beenden. Versuchen Sie es mit: „Wie geht es dir mit der Zeit, die du allein verbringst?“ Oder: „Fehlt dir jemand, mit dem du etwas unternehmen oder reden kannst?“
Hören Sie zu, ohne sofort einen vollen Terminkalender vorzuschlagen. Vielleicht fehlt eine vertraute Person, vielleicht gemeinsames Essen oder der Austausch über ein Hobby.
Drei Schritte für mehr Verbindung
Einen vertrauten Kontakt aufgreifen. „Würdest du gern wieder mit deiner früheren Nachbarin sprechen?“ Bieten Sie an, die Telefonnummer herauszusuchen oder gemeinsam eine Nachricht zu schreiben. Fragen Sie vorher, ob das gewünscht ist.
Eine Verabredung festmachen. Aus „Wir sehen uns bald“ wird „Passt dir Donnerstag um drei zum Kaffee?“ Vereinbaren Sie etwas, das Sie verlässlich einhalten können. Auch ein festes Telefonat kann einen Platz im Alltag bekommen, vielleicht auch regelmäßig an einem bestimmten Wochentag.
Den ersten Besuch begleiten.
Vielleicht gibt es Interesse an einem Mittagstisch, einer Spielegruppe oder einem Nachbarschaftstreff. „Soll ich beim ersten Mal mitkommen?“ kann den Einstieg erleichtern. Entscheiden lassen Sie Ihr Gegenüber.
Sie müssen nicht jede Lücke selbst füllen
Beruf, Kinder und Entfernung können begrenzen, wie oft Angehörige da sein können. Sprechen Sie ehrlich darüber, was möglich ist. Überlegen Sie gemeinsam, welche weiteren Menschen und Angebote willkommen wären.
Was eine Alltagsbegleitung beitragen kann
Gemeinsam kochen, einen vertrauten Weg gehen, über die Zeitung sprechen: Eine Betreuungskraft kann Gesellschaft und gemeinsame Aktivitäten ermöglichen. Wichtig sind passende Interessen und ein gutes Miteinander. Bestehende Freundschaften und Familienkontakte bleiben wertvoll; Betreuung ergänzt sie.
Wir hören Ihnen zu
Sie überlegen, welche Begleitung Ihren Angehörigen guttun könnte? Erzählen Sie uns, was im Alltag fehlt. Gemeinsam schauen wir, ob und wie eine Betreuungskraft unterstützen kann.
Rufen Sie uns an: 0911 14 88 61 100. Oder lesen Sie hier, wie Betreuung zu Hause funktioniert.
Weiterführend: Was Einsamkeit bedeutet – Kompetenznetz Einsamkeit
Autor:
Jenny Otto




